Kuhmilcheiweiss allergie: Symptome & Tipps

Die Kuhmilcheiweissallergie gehört zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien im Säuglings- und Kleinkindalter. Circa 2 bis 3 Prozent aller Babys reagieren allergisch auf Milcheiweiss. Hier erhalten Sie Informationen und Handlungsempfehlungen. 


Ursachen der Milcheiweissallergie

In Kuhmilch sind mehr als 25 verschiedene Eiweisse enthalten, wobei betroffene Kinder nur in seltenen Fällen auf lediglich eines dieser Proteine allergisch reagieren. Die wichtigsten Allergene in der Kuhmilch sind das Eiweiss Casein sowie Molkenproteine wie Alpha-Lactalbumin oder Beta-Lactoglobulin. Die Folgen nach deren Verzehr sind unter anderem Bauchschmerzen, Durchfall oder Hautrötungen, Quaddeln und starker Juckreiz (Nesselsucht).


Kuhmilcheiweissallergie erkennen

Das Erkennen einer Kuhmilchproteinallergie gestaltet sich auch für Kinderärzte schwierig, da das Erscheinungsbild stark variiert. Es liegen vielfältige Beschwerden vor, die auf den ersten Blick in keinem Zusammenhang miteinander zu stehen scheinen. Dazu gehören beispielsweise Hautausschläge und Ekzeme, Atemprobleme und Magen-Darm-Beschwerden. 


Die Symptome einer Kuhmilcheiweissallergie

Diese Darstellung hilft Ihnen, die verschiedenen Symptome und Reaktionen auf Allergien zu kennen.

Am häufigsten betroffen sind die Haut, der Magen-Darm-Trakt und die Atemwege. Bei Säuglingen im ersten Lebensjahr zeigt sich eine Kuhmilcheiweissallergie auch durch Unruhe und Weinen. Doch vermuten Sie nicht gleich das Schlimmste, wenn Ihr Baby zu den sogenannten „Schreikindern“ gehören sollte oder einmal einen Hautausschlag zeigt – wie gesagt, nur 2 bis 3 Prozent der Säuglinge sind betroffen. 

Die Symptome treten im Allgemeinen während der ersten Lebensmonate des Babys auf. Sie machen sich entweder sofort nach der Mahlzeit (Soforttyp-Allergie) oder drei Stunden bis drei Tage nach dem Verzehr eines Lebensmittels (verzögerte Allergie) bemerkbar. Sie können auch bei ausschliesslich gestillten Säuglingen auftreten, wenn die Mutter Kuhmilch konsumiert.

In manchen Fällen können potenziell schwere Reaktionen (Anaphylaxie) eintreten, wodurch Haut, Magen, Atmung und Blutdruck des Kindes in Mitleidenschaft gezogen werden können.

Sollte Ihr Baby allergische Reaktionen zeigen, sprechen Sie bitte unbedingt mit Ihrem Kinderarzt. Dieser wird Ihnen sagen können, was zu tun ist. Darüber hinaus können Sie weitere Risikofaktoren ausschalten, die Allergien verstärken.

Wie wird eine Diagnose gestellt?
Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind gegen Kuhmilchproteine allergisch ist, suchen Sie unbedingt den Arzt auf. Er wird Sie zunächst fragen, ob es in der Familie Allergien oder Lebensmittelunverträglichkeiten gibt. Das Tool Aptaclub zur Einschätzung des Allergierisikos bei Ihrem Baby kann Ihnen helfen, ein Allergierisiko bei Ihrem Kind zu ermitteln. Darüber hinaus bietet es eine gute Diskussionsbasis für den Arzttermin.
Der Arzt wird Ihr Kind zunächst untersuchen und gegebenenfalls mehrere Analysen empfehlen:
•    Stuhluntersuchung
•    Blutuntersuchung
•    Hautausschlagtest
Der Arzt kann darüber hinaus einen oralen Nahrungsmittel-Provokationstest anordnen: Dem Baby wird in Gegenwart des Arztes Milch verabreicht und mehrere Stunden überwacht, um etwaige allergische Reaktionen feststellen zu können. Manchmal ordnen Ärzte eine Wiederholung dieses Tests an, um die Diagnose zu bestätigen.
Bei der Allergievorsorge kommt es in erster Linie darauf an, sich so früh wie möglich damit auseinanderzusetzen. Zögern Sie nicht, mit dem Kinderarzt oder Gynäkologen während der Schwangerschaft darüber zu sprechen.


So können Sie das Risiko einer Kuhmilcheiweissallergie reduzieren

Stillen
Stillen ist das Beste für Ihr Baby, denn Muttermilch versorgt es mit allen wichtigen Nährstoffen in genau abgestimmter Menge. Darüber hinaus bietet Stillen einen guten Schutz vor Allergien. Wer stillt, schützt sein Baby von Anfang an vor Allergien, da die in der Muttermilch enthaltenen immunologischen Komponenten einen natürlichen Immunschutz bieten. 

Teilstillen/Nach der Stillzeit
Auch Teilstillen ist wertvoll im Hinblick auf eine immunsystemfördernde Wirkung. Wenn Sie Ihr allergiegefährdetes Baby nicht oder nicht voll stillen können,empfiehlt ihr Arzt eine Säuglingsnahrung welche speziell für allergiegefährdete Babys ist (zum Beispiel Aptamil Prosyneo). 

Therapeutische Spezialnahrungen
Für nicht oder teilweise gestillte Babys mit nachgewiesener Kuhmilcheiweissallergie gibt es Spezialnahrungen auf Basis stark aufgespaltener Kuhmilcheiweissmoleküle (zum Beispiel Aptamil Proexpert Pepti) oder auf Basis freier, nicht allergener Aminosäuremischungen (zum Beispiel Aptamil Proexpert Pregomin® AS). Die Wahl des Produktes ist individuell zu treffen und sollte in jedem Fall von der Entscheidung des Arztes, idealerweise eines Allergologen oder Gastroenterologen, abhängig gemacht werden.

Bei nachgewiesener Kuhmilcheiweissallergie mit den entsprechenden klinischen Symptomen übernehmen die Krankenkassen gegen Vorlage einer ärztlichen Verordnung meist die Kosten für die therapeutische Babynahrung.

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Wichtiger Hinweis

Stillen ist ideal für Ihr Kind. Die WHO empfielt ausschliessliches Stillen während der ersten 6 Monate und die Ergänzung des Stillens mit geeigneten Nahrungsmitteln bis zum Alter von mindestens zwei Jahren. Informieren Sie sich beim Fachpersonal des Gesundheitswesens, wenn Ihr Baby eine Zusatznahrung benötigt oder Sie nicht stillen.

Eine gesunde Ernährung der Mutter ist wichtig, um den Körper auf das Stillen vorzubereiten und das Baby anschliessend mit der Brust zu stillen. Eine Mischform aus Stillen mit der Brust und mit dem Schoppen kann das Stillen mit der Brust beeinträchtigen. Die Entscheidung, Ihr Baby nicht mit der Brust zu stillen, ist nur schwer rückgängig zu machen. Falls eine Säuglingsmilchnahrung verwendet wird, ist es für die Gesundheit Ihres Babys wichtig, die Anweisungen für Zubereitung und Aufbewahrung genauestens zu befolgen sowie die Empfehlungen von qualifizierten Gesundheitsfachleuten einzuhalten.

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